Wo früher Baumwolle gesponnen, Kalk gebrannt, Walzen graviert oder auf den Zug gewartet wurde – in solch historischen Gebäuden befinden sich heute Museen.

Der Kalkofen Baxa, 1893 errichtet, war lange Zeit ein bedeutender Arbeitgeber für die Menschen aus Mannersdorf und Umgebung. Kalk vom Leithagebirge wurde abgebaut und für die Zementerzeugung verwendet. Nach der Einstellung des Betriebs verfiel der Kalkofen, bis er schließlich nach Generalrenovierung 1998 als Kulturzentrum mit Kalkofen- und Steinabbaumuseum im Obergeschoß wiedereröffnet wurde. Beim Museumsfrühling wird zur Sgraffito Schauwerkstatt, zur „Doku Kalk Station“ und zu Themenführungen geladen.

Die Walzengravieranstalt, 1909 in Guntramsdorf gegründet, stellte gravierte Walzen zum Bedrucken von Baumwollstoffen bzw. zum Prägen verschiedener Materialien her. Seit der Schließung im Jahr 1986 stehen Gebäude und Einrichtung seit 1990 unter Denkmalschutz, heute befindet sich dort ein Museum. Am Museumsfrühlings-Wochenende wird die Anlage wieder zum Leben erweckt: Maschinen werden eingeschaltet, BesucherInnen können mit der Handkurbel Prägemuster erstellen und ehemalige MitarbeiterInnen erzählen aus ihrem Arbeitsleben.

Wo von 1875 bis in die 1970er Jahre die Kammgarnspinnerei Möllersdorf untergebracht war und bis zu 1.300 Menschen arbeiteten, in diesem denkmalgeschützten Gebäude befindet sich heute das Stadtmuseum Traiskirchen: Über 50.000 Objekte sind hier auf drei Stockwerken und auf einer Fläche von ca. 4.000m² ausgestellt. Beim Museumsfrühling wird zu einer Bierverkostung und zur Sonderschau „Die schwimmende Landstraße“ – ein Porträt des Wiener Neustädter Kanals – geladen.

Das Gmünder Flüchtlingslager war eines der größten Lager in der Österreich-Ungarischen Monarchie. Etwa 200 000 Flüchtlinge aus allen Teilen der Monarchie wurden im Verlauf des Krieges hier untergebracht. In der ehemaligen Auskunftsstelle beim Eingang zum Lager wurde nun das Haus der Gmünder Zeitgeschichte untergebracht, das sich der Entwicklung der Grenze nach 1918 und der Region am „Eisernen Vorhang“ widmet. Zu einer Führung durch das Lager wird beim Museumsfrühling geladen.

Weitere historische Gebäude, deren ursprüngliche Funktion über die Jahre verloren ging, bieten nun Museen eine Heimat. So ist beispielsweise das Heimatmuseum Ebreichsdorf im ehemaligen Bahnhof Unterwaltersdorf, 1871 als Typbahnhof nach den Plänen des Eisenbahnarchitekten Wilhelm Ritter von Flattich erbaut, untergebracht. Eine Webvorführung auf einem einschützigen Oberschläger Webstuhl aus den 1870er Jahren steht am 19. Mai ebenso auf dem Programm wie Führungen und ein Vortrag; auch ein Werkelmann spielt altbekannte Lieder. Früher Frauenbad – heute Museum: Bis 1973 wurde das 1821 im Stil des französischen Klassizismus errichtete „Frauenbad“ in Baden tatsächlich als Bad genutzt, heute befindet sich dort das Arnulf Rainer Museum, das beim Museumfrühling zu Sonderführungen durch die aktuelle Ausstellung lädt.  Das ehemalige Bahnwartehäuschen in Langschlag, auf der Bahnstrecke Gmünd – Groß Gerungs gelegen, hat nun als klemuwa – kleinstes Museum des Waldviertels seine neue Bestimmung gefunden. Am Museumsfrühlings-Samstag wird hier zur Vernissage einer Jubiläumsausstellung mit Sektempfang und regionalen Köstlichkeiten geladen.

Natürlich sind diese Orte auch über den Museumsfrühling hinaus einen Besuch wert!