Die KZ-Gedenkstätte Melk befindet sich im ehemaligen Krematorium des KZ-Außenlagers Melk. Bereits im Jahr 1962 wurde sie als „öffentliches Denkmal“ gewidmet und ist seither Teil der KZ-Gedenkstätte Mauthausen. In diesem Außenlager von Mauthausen waren zwischen April 1944 und April 1945 rund 14.400 KZ-Häftlinge interniert und mussten unweit von Melk eine Stollenanlage für die Rüstungsvorhaben der Steyr Daimler Puch AG errichten. Die direkte und strukturelle Gewalt in diesem Außenlager kostete fast 5.000 Häftlinge das Leben, rund 3.500 von ihnen wurden in dem im Herbst 1944 errichteten Krematorium verbrannt. Der Ort ist bereits seit 1947 ein internationaler Gedenkort für die Melker KZ-Überlebenden bzw. für die Nachkommen der in Melk ermordeten KZ-Häftlinge. Seit Anfang der 1990er-Jahre existiert in den Räumlichkeiten auch eine Überblicksausstellung, seit 2018 erinnert die „Wand der Namen“ im großen Gedenkraum an die 4.884 Melker KZ-Opfer. Seit einigen Jahren führt der „Verein MERKwürdig. Zeithistorisches Zentrum“, der auch für die Pflege und Betreuung der Gedenkstätte zuständig ist, regelmäßig Vermittlungsrundgänge, Workshops und Spezialformate vor Ort durch, unter anderem ein spezielles Vermittlungsprogramm für die Grundwehrdiener der Birago-Pionierkaserne, die das ehemalige KZ-Areal darstellt. Im Jahr 2016 entstand, ausgehend von zwei der zentralen niederösterreichischen Gedenkorte – KZ-Gedenkstätte Melk sowie Museum ERLAUF ERINNERT – das Projekt „Zwischenräume“. Das Projekt thematisiert und dokumentiert Orte in Niederösterreich mit dem Ziel, das Gedenken an Widerstand, Verfolgung und Gewalt während der Zeit des Nationalsozialismus zugänglich zu halten. Inhaltlich stehen dabei historische Plätze im Mittelpunkt, die Tatorte nationalsozialistischer Verbrechen wurden und gegenwärtig sehr unterschiedliche Beispiele einer sich wandelnden Erinnerungskultur zeigen. Durch die Vernetzung mit Gedenkinitiativen, Historikerinnen/Historikern und engagierten Bürgerinnen/Bürgern einerseits und die Präsentation einer Auswahl kommentierter Quellen andererseits entsteht eine Wissens- und Vermittlungsplattform und damit eine Topografie der Erinnerung.

Programm

Samstag, 29. Mai 2021 und Sonntag, 30. Mai 2021

  • Die KZ-Gedenkstätte Melk ist mit ihrer Dauerausstellung während des gesamten Tages geöffnet.
  • 13:00 bis 17:00 Uhr Es stehen „Außenlager-Guides“ bereit, um interessierten Besucherinnen und Besuchern nähere Einblicke in die Ausstellung bzw. in die Geschichte des KZ-Außenlagers Melk zu geben. Es besteht hierbei auch die Möglichkeit, begleitet von den Guides, das ehemalige KZ-Areal in der Biragokaserne mit historischen Bauresten der Melker KZ-Geschichte zu besuchen.
  • Direkt vor Ort wird temporär auch die neue und erweiterte „Zwischenräume-Ausstellung“ zu sehen sein, die inzwischen 14 niederösterreichische Orte umfasst.
  • Ab 14:00 Uhr steht das „Zwischenräume“-Projektteam vor Ort bereit um den Besucherinnen und Besuchern im Rahmen eines geführten Rundgangs durch die neue Ausstellung exklusive Einblicke in das seit 2016 laufende Projekt zu gewähren.

Die Teilnahme an sämtlichen Rundgängen ist kostenlos, um Voranmeldung unter info@melk-memorial.org wird gebeten. Eintritt: frei

Öffnungszeiten

Sa13:00 - 17:00 Uhr
So13:00 - 17:00 Uhr

KZ-Gedenkstätte Melk

Schießstattweg 2
3390 Melk

Route zum Museum